21.12.2015

WORT BILD WERK TON –

Vernissage im Begegnungshaus Overmeyer am 27.11.2015 Kunst von Frauen und Männern des selbstbestimmten Wohnens des Hanns-Joachim-Hauses, Kleinblittersdorf

Am Freitag ab 15 Uhr konnten die Gäste der Vernissage zur Ausstellung des ambulant betreuten Wohnens im Begegnungshaus Overmeyer  literarische Werke, Bilder in Acrylfarbe und Pastellkreide, Objekte, die Werke des Projektes  Die Welt  und eine musikalische Improvisation der Bewohner und BewohnerInnen bewundern.

Den Auftakt des Abends machten  die beiden Musiker Michael Hupperts und Henk Nuwenhoud  mit einer musikalischen Überraschung. Anschließend  begrüßte der neue Einrichtungsleiter des Hanns- Joachim- Hauses, Marc Schmitt, der bereits seit langer Zeit Mitarbeiter des cts-Verbundes in der Heimleitungsfunktion des Theresienheimes ist,  die anwesenden Gäste.

Dagmar  Scherer, die Direktorin der Jugendhilfe und Behindertenhilfe im cts-Verbund, bedankte sich bei Gabriele Justen, der Organisatorin der Veranstaltung, den anwesenden treuen Unterstützerinnen und Freunden des Overmeyer Hauses,  den Schwestern vom Hl.Geist und dem Präsidenten und weiteren Mitgliedern des Rotary Clubs Saarbrücken und hieß alle Gäste herzlich willkommen. Sie schlug in ihrer unterhaltsamen Rede zur Ausstellung und dem darin sichtbaren ungewöhnlichen Kunstbegriff auch einen Bogen zur Installation „Fettecke“ von Joseph Beuys, die 1986 in der Düsseldorfer Kunstakademie bei Putzarbeiten einfach als Kunstwerk unerkannt blieb und weggewischt wurde.

Anschließend  gab Gabriele Justen, die Pädagogische Leiterin der Behindertenhilfe des Hanns-Joachim-Hauses, noch einen Einblick  in die seit Anfang 2015 laufenden Kunstprojekte, aus welchen die Ausstellungsstücke stammten. Sie zitierte den großen Pablo Picasso mit seinem bonmot „ Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ und veranschaulichte auch dadurch noch einmal die große Bedeutung des Mediums Kunst für die Lebensqualität aller Menschen.

Begonnen hatte alles auf Anregungen der Bewohner und Bewohnerinnen des ambulanten selbstbestimmten Wohnens. Sie wollten malen und Musik machen.

So entstanden erste  Bilder unter der Assistenz  der Künstlerin Marie Kautenburger. Einige  Bewohnerinnen  nahmen auf Anregung an einem Literaturwettbewerb des Vereins Wortfinder e.V. aus Bielefeld zum Thema Mut und um Mut herum teil; die Beiträge der Bewohnerinnen Chantale Boyon und Alexandra Hüttenberger wurden unter 700 eingesandten Beiträgen von einer fachkundigen Jury ausgewählt. Aus den Gewinner-Beiträgen hat der Wortfinder e.V. einen literarischen Wochenkalender  2016 ediert, der mit dem Titel Mutig ist alleine Tanzen, gelungen für diese Wortproduktionen von Menschen mit geistiger Behinderung wirbt. Der Kalender fand viele Kaufinteressierte an diesem Abend, die - ganz echte Fans – zur Freude der beiden Preisträgerinnen, um deren Autogramme baten.  

Fremdartige, ungewöhnliche, mit handgehäkelten Seilen verschnürte Kokons  - Symbole für die kleinen oder großen persönlichen Freiräume - teilten sich die Wände und Decken im Overmeyer Haus mit „Wie sehen wir die aktuelle Welt“- Objekten aus fein zerrissenen oder exakt gefalteten ehemaligen Buchseiten.  Die Künstlerin Annette Orlinski, die diese Projekte angeregt und begleitet hatte, ließ in ihrem einfühlsamen Beitrag die Schaffensperiode der beteiligten Frauen und Männer noch einmal lebendig werden.

Die Sprecherin der KünstlerInnen des selbstbestimmten Wohnens, Nadine Dietrich, hielt souverän ihren sehr persönlichen Vortrag. Sie erzählte eindrücklich über die Erfahrungen aus der künstlerischen Aktivität, die große Freude und Entspannung, die sie daraus ziehen konnte und die immer noch tragen.

Zum Abschluss stand noch eine Kostprobe aus dem Musikprojekt der Bewohnerinnen mit ihren Rhythmusinstrumenten auf dem Programm: Unter Anleitung  von Michael Hupperts, begleitet vom holländischen Musiker Henk Nuwenhoud auf seinem exotischen Instrument “ Kopi Kopi“ (Köpfchen Köpfchen), zeigten die begabten neuen Musikerinnen zwischen lautstark und leise abwechselnd, was eine echte Percussion-Session in der Gruppe und im Solo ist.

Für die Kunst des leiblichen Genusses und auf kulinarische Abwechslung bedacht, sorgten die Feinen Speisen aus der Küche von Jessica Palm, gastfreundlich präsentiert und angereicht durch ihr sichtlich von der Vernissage angetanes Männerteam aus Ehemann und Sohn.

Alles in allem ein gelungener Auftakt zur Ausstellung, ein anregender Nachmittag und Abend mit und für alle Beteiligten, nach welchem die KünstlerInnen des selbstbestimmten Wohnens sichtbar gestärkt und stolz und die Gästeschar der Vernissage aus Mitbewohnern, Betreuern, Eltern, MitarbeiterInnen, Musikern,  Freundinnen und UnterstützerInnen sichtbar entspannt und angefüllt mit Freude nachhause kehrten. Die Kunstproduktion – da waren sich alle einig – muss weiter laufen.

 

Gabriele Justen

 

 

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